Mein Name ist Carolin Jakobi, wohne in der Nähe von Leipzig und bin seit 2001 in die Hunderasse Affenpinscher verliebt.
„Wie um alles in der Welt kommt man auf diese sehr seltene Rasse“, dies ist häufig die Frage, die mir zuerst gestellt wird.
Alles hat mit den Deutsche Doggen begonnen. Poly war unsere erste Deutsche Dogge und der erste Hund mit dem ich engeren Kontakt hatte. Wenige Jahre später zog noch Deutsche Dogge Alma bei uns ein. Leider verstarb Poly schon im Alter von 7 Jahren und es wurde still auf dem Grundstück. Ich hatte immer einen guten Kontakt zu den Doggen, aber für ein 7-jähriges waren sie doch etwas zu groß.
So hatte ich den sehnlichsten Wunsch, einen Hund zu haben, mit dem ich selbstständig spazieren gehen und spielen kann. Durch einen glücklichen Zufall und langen Gesprächen, durfte dann tatsächlich „mein Hund“ einziehen. Natürlich stellte sich die Frage, welche Rasse es sein soll. Es folgte eine Blick in eine Rasseverzeichnis, doch weiter als bis zum Buchstaben A sind wir nicht gekommen. :-) Mein Interesse fiel auf den Affenpinscher, nach einem zweifelndem Blick auf den abgebildeten Hund, beschäftigte ich mich näher mit der Rassebeschreibung. Daraufhin verliebte ich mich sofort in diese kleinen Äffchen.
Wenig später zog dann Lucas ein, leider stammt er aus einer sehr schlechten Zucht, wenn man das denn so nennen kann. Aber wir haben Glück, Lucas war fast noch nie krank, sein Charakter ist super und auch wenn man sich nicht sicher ist, habe ich manchmal das Gefühl, dass Lucas ganz genau nachdenkt, wie er sein Ziel erreichen kann. Lucas ist kein Hund den man verbiegen kann, was vielleicht auch an seiner Sturheit hängt, aber genau das macht ihn aus. Für mich ist Lucas eine Persönlichkeit, er ist für mich etwas ganz besonderes.
Als ich Lucas bekam war ich 8 Jahre alt. Zu diesem Zeitpunkt ging ich davon aus, dass Lucas ein Affenpinscher ist und beschäftigte mich natürlich intensiv mit der Rasse. Selbst ich, bekam mit den Jahren mit, dass Lucas doch nicht so „reinrassig“ war, wie wir dachten, wobei mich das nie störte.
2006 begann bei mir und meiner Familie das „Affenfieber“. Durch Zufall stieß ich im Urlaub auf eine Hundezeitschrift, in der ein Artikel über Affenpinscher war, was sowieso schon selten ist und dort stand etwas von einem Affenpinschertreffen im Harz. Wir besuchten das Treffen und waren begeistert, so viele Äffchen an einem Ort und alle sahen irgendwie unterschiedlich und doch gleich aus, genau das was ich am Affenpinscher so schätze. Im Laufe der Jahre hatte ich immer mehr Kontakt zu Affenpinscherbesitzern und Züchtern, besonders zu Annick Wambach (Zwinger „Wichtelchen“). Der Wunsch nach einem zweiten Hund, natürlich einem Affenpinscher, wurde größer. Doch meistens kommt es anders als man denkt, auch in meinem Fall. Der „Züchter“ von Lucas war 2007 verstorben und hinterließ mehrere Hunde, die dann ins Tierheim kamen. Da ich und meine Familie nicht weit entfernt wohnten, besuchten wir das Tierheim und verliebten uns in die kleine Äffchendame Holly, die selbst einen Welpen hatte. Wenige Wochen später zog sie dann bei uns ein. Leider hatte es Holly nicht so gut, wie Lucas. Sie war krank, hatte Arthrose in den Knien und Entzündungen im Bauchraum. Im Mai 2008 verstarb sie. Seit dem ist mir bewusst, dass etwas gegen die sinnlose Vermehrung von Hunden getan werden muss, besonders die Menschen, die sich für einen Hund interessieren, müssen darüber aufgeklärt werden.
Im gleichen Jahr erwartete auch der Zwinger „Wichtelchen“ ihren ersten Wurf und Felias zog nun bei uns ein, unser kleiner luxemburgischer Affenpinscher. Es war toll, ich habe seine Entwicklung, zwar aus der Ferne, vom Tag des „Enstehens“ bis zur Geburt über die Welpenzeit, mit verfolgen können. Ich hatte irgendwie das Gefühl, wir beide gehören vom ersten Tag zusammen und auch Lucas war froh über einen neuen Partner. Nach dem Tod von Holly, hatte er sehr bedrückt gewirkt. Doch nun lebte er in der Ersatzvaterrolle wieder auf. Da ich den Züchtern versprochen hatte, Felias wird Deckrüde, besuchte ich einige Ausstellungen. Doch wenn ich ehrlich sein soll, bin ich doch lieber auf dem Hundeplatz. Natürlich gehört es dazu, wenn man züchten möchte, doch so richtig wohl fühle ich mich wohl nur auf dem Hundeplatz. Natürlich kam dann auch der Gedanke ins Spiel selbst Affenpinscher zu züchten. Nach dem es auch mit Felias auf den Ausstellungen gut funktioniert hat, war dieser Gedanke nicht mehr so abwegig.
In den letzten zwei Jahren befasste ich mich intensiv mit der Zucht, d.h. mit der Genetik, Krankheiten, Welpenaufzucht und Prägung, als auch den Zielen, die ich mit einer Zucht erreichen möchte. Mir ist es wichtig den Affenpinscher zu erhalten, dabei lege ich weniger Wert darauf, ob das Äffchen ein graues oder braunes Haar mehr oder weniger hat oder seine Ohren hängen oder stehen oder gar unterschiedlich sind. Hauptziel für mich ist es, dass die Affenpinscher gesund, sportlich, ausdauernd und vor allem unerschrocken und wachsam sind und ein bisschen misstrauen Fremden gegenüber schadet nie.
So zog im Juni 2010 unser kleine Ciara ein. Wenn ich vorher gedacht habe Felias war schon ein Wirbelwind, bin ich am überlegen, was Ciara denn nun ist. Im Moment kann ich sie mir noch nicht als Mutter von Welpen vorstellen, aber wer denkt das schon von einem Kind im Alter von 5 Jahren :-). Ciara ist äußerst agil und aufmerksam und passt sehr gut zu unserem Rüden Felias. Wir sind sehr gespannt, wie sie sich weiter entwickeln wird.
Wie bereits kurz erwähnt, bin ich auch im Hundesport tätig, vor allem mit Felias. Wir sind ein super Team und verstehen uns fast ohne Worte. Meine liebe gilt dem Hundesport Agility als auch Unterordnung. 2010 habe ich mit Felias die Begleithundeprüfung erfolgreich bestanden. Wenn sich wieder einmal die Möglichkeit ergibt, werden wir sicher noch mal eine laufen und unsere Ergebnis hoffentlich noch mal steigern. Im Bereich Agility bin ich noch nicht mit Felias auf Turnieren aktiv gewesen, da dazu momentan einfach die Zeit fehlt, aber ich hoffe das ändert sich bald. Neben der Ausbildung meiner eigenen Hunde, helfe ich auch anderen Hundebesitzern gern bei der Erziehung. Seit 2008 bin ich Mitglied in der SV OG Prießnitz und Umgebung, wo ich auch aktiv Hundesport betreibe und wie eben schon erzählt auch anderen Hundehaltern ein wenig helfe, sowohl UO als auch Agility. Ein bis zweimal pro Woche gehe ich noch auf einen anderen Hundeplatz nach Leipzig, wo ich „professionell“ Agility trainiere. Leider ist der Platz sehr weit weg. Alles in allem bin ich gern auf dem Hundeplatz und freue mich Gleichgesinnte zu treffen, die in den letzten Jahren auch sehr gute Freunde geworden sind.
Im Jahr 2009 bin ich dann in den PSK eingetreten und habe eine tolle Ortsgruppe, die mir mit Rat und Tat immer beiseite stehen.
Zum Schluss möchte ich mich besonders bei meiner Familie bedanken, die mich immer unterstützen und ohne die ich niemals so viel mit meinen Hunden machen könnte.

Affenpinscher lassen sich nicht verbiegen oder gar unterordnen, nein, wenn man mit Affenpinschern zusammenlebt, heißt es Teamwork. Nur so wird aus einem einzelnen Menschen und einem einzelnen Affenpinscher eine Freundschaft, die für immer hält. Für mich ist der Affenpinscher ein kleiner Choleriker mit ganz viel Herz und Leidenschaft.